Er ist 100 Jahre alt, aber man sieht es ihm nicht an. Seit über einem Jahrhundert belebt am vorletzten Sonntag im Mai der traditionelle sardische Ritt die Stadt Sassari mit einem Jubel von Farben, Klängen und Tänzen. Der erste offizielle sardische Ritt wurde am 20. April 1899 gefeiert, zu Ehren von Umberto I und Margherita von Savoy, die nach Sassari gekommen waren, um das Denkmal von Vittorio Emanuele II in der Piazza d'Italia einzuweihen. Der Tag hörte mit einem spektakulären Ritt in Kostümen auf, an dem dreitausend Personen aus der gesamten Provinz und sechshundert Pferde teilnahmen.

Zwei weitere Male wurde das Fest zur Feier der italienischen Königshäuser wiederholt, 1929 und 1939. 1951 wurde der Ritt auf Grund des 15. nationalen Treffens des Rotary Club wieder vorgeschlagen und zum ersten Mal nahmen auch Ritter und Personen in Kostümen der Provinz von Nuoro teil.

Das Ereignis hatte einen so großen Erfolg, dass von da an der sardische Ritt zu einem Fest wurde, an dem sehr viele Orte von der gesamten Insel teilnehmen. Seit dem gehen hunderte von Personen gekleidet mit den traditionellen Gewändern und mit Schmuck aus Korallen und Filigran behangen zum Umzug.

All dies ist eingerahmt von einer großen Freude. Heute ist dieses wichtige folkloristische Ereignis ein festlicher Treffpunkt für Touristen und Besucher, die während des Umzugs die Personen, die Tänze und die Stände mit den typischen Produkten bewundern. Am Ende des Umzugs geht das Fest auf den Piazze der Stadt weiter: die folkloristischen Gruppen tanzen, die sardischen Sänger singen und veranstalten einen Dichterwettstreit.