Wenn man an der Küste nach Alghero entlang fährt, erscheint die großartige felsige Halbinsel von Capo Caccia. Sie liegt im Meer wie ein ausgestreckter Schiffsbug. Die senkrecht in das Blau fallenden Kliffe, die Piana- und Foradada-Inseln (so genannt, weil sie von einem dicht über dem Wasser ragenden Tunnel durchquert sind) und die weite Einbuchtung von Porto Conte bis Capo Galera gehören zu einem der reichsten Naturschutzgebiete der sardischen Küste.

Absolute Hauptfigur der Wassertiefe sind die roten Korallen. Es reicht unter den Bogen und in den von der Meereskraft geschaffenen Gewölben einzutauchen, um unter anderem Zahnbrasse und schreiende Kolonien von kostbaren Tieren zu bewundern, deren Beitrag die Bekanntheit Algheros, die "Korallenhauptstadt des Mittelmeerraums", vermehrt hat. Es gibt auch Schätze, die weniger auffällig aber trotzdem wertvoll sind. Z.B. die weiten Wiesen von Poseidonien, die im geschützten Golf von Porto Conte umherschweifen. Die langen Blätter, die die endlosen grünen Wiesen bilden, sind ein unerwarteter Schmuckkasten an Biodiversität. Er ist so vielfältig wie ein Tropen-Urwald. Hier stellen Fische, Igel, Krustentiere, Weichtiere und Mollusken Fallen auf und versuchen aber auch vor den Raubtieren zu entrinnen. Die Meereskraft hat an den Abhängen von Capo Caccia verschiedene Grotten ausgehöhlt.

Am berühmtesten ist die Grotte von Nettuno : man kann sie direkt mit einem Kahn erreichen, aber die Kühneren können die Grotte vom Festland aus durch die 654 Stufen von der "Escala del Cabirol" erreichen.

Capo Caccia ist ein Taucherparadies, aber auch die irdische Natur ist enttäuscht nicht. Wunderschöne Anblicke werden von sich zur Schau stellenden Wanderfalken geboten. Sie verfolgen wilde Tauben in schwindelnden Sturzflügen. Es ist nicht schwer die Gänsegeierprofile zu erblicken. Diese großen Geier haben die letzten Nester unseres Landes auf diesen felsigen Wänden. An der nordwestlichen Kapseite rund um Punta Cavallo ist eine Fauna-Oase, die "Arca di Noè" (d.h. Die Arche Noah) genannt wird. Hier leben Dahmhirsche, Wieseln, Mufflone, Giaras Wildpferde und Wildschweine.